Verborgene Muster

Das Ökosystem wie wir es kennen, ist ein komplexes System aus unzähligen Netzwerken, welche sich gegenseitig beeinflussen. In meinem Projekt versuche ich, die Breite dieser Netzwerke anzudeuten, sowie den Fokus auf jene Netzwerke zu werfen, welche wir auf den ersten Blick oft vernachlässigen. 

Projekt von Lilly Shepherd

Artist Statement:
Die Natur ist ein Geflecht aus zig komplexen Netzwerken, welche alle zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Viele dieser Netzwerke sind wir uns nicht bewusst. Denn obwohl sie das Kernstück eines funktionellen Ökosystemes darstellen, sehen wir nur dessen Produkte oberhalb der Erde. Mein Projekt ist ein Versuch, Licht auf diese versteckten Prozesse zu werfen und dabei die unvorstellbar grosse Breite und Komplexität der Natur anzusprechen. 

Da es mir nicht möglich sein würde, alle mir bekannten Netzwerke in ein Bild zu integrieren, entschied ich mich für die Form eines Gehirnes. Dieses sollte auf die Menge der Netzwerke hindeuten. Es setzt sich aus einem Wurzelgeflecht zusammen, symbolisch für die Prozesse, welche sich unter der Erde abspielen – uns also nicht sichtbar sind. Aus den Wurzeln ragen vereinzelt Elemente wie „Dornen“ und Blätter, symbolisch für jeden Teil des Netzwerkes, den wir sehen können. Vergleicht man die Masse dieser beiden Einheiten fällt auf, dass der uns verborgene Teil viel prägnanter erscheint. 

Auch auf die Pilze – ein sehr wichtiger Teil des Ökosystemes – wollte ich Bezug nehmen. Zum einen setzt sich die untere Region des Gehirnes aus den (uns sichtbaren) Fruchtkörpern von Pilzen zusammen. Zum anderen befindet sich auf dem Gehirn die Mykorrhiza: ein feines Pilzgeflecht, welches den Boden durchzieht und einen Nährstoffaustausch zwischen Pilz und Pflanze ermöglicht. 

Prozess:

Als erstes kreierte ich ein Konzept meiner Arbeit. Dafür erstellte ich digital eine erste Skizze meiner Projektidee und fügte jegliche Elemente hinzu, die ich gerne thematisieren würde. 

Dann ging es darum, meine Projektidee umzusetzen. Als erstes zeichnete ich ein Gehirn anhand eines Bildes ab und fügte erste Details hinzu. Daraufhin skizzierte ich mir die Wurzeln vor, wobei ich Bezug auf die Form des vorgezeichneten Gehirnes nahm.

Nun schattierte ich meine Skizze Stück für Stück aus. Dabei arbeitete ich ausschliesslich mit einem mechanischen Bleistift mit regulärer Miene, einem Papierwisch und einem Radiergummi. Ich erarbeitete mir erst die Wurzeln und ging anschliessend auf die Pilze der unteren Gehirnsregion über. Schliesslich fügte ich die Mykorrhiza hinzu.



Mit meinem Projekt und Arbeitsprozess bin ich grundsätzlich zufrieden. Ich investierte schlussendlich mehr Zeit, als ich ursprünglich erwartet hatte, allerdings konnte ich mich dadurch tiefgründig mit den Details der Zeichnung ausseinandersetzen. Zeichnerisch erarbeitete ich mir neue Techniken, um die verschiedenen Elemente meinen Vorstellungen entsprechend darzustellen. Zudem hat es mir Freude bereitet, den Irrealismus weiter erforschen zu können und Wege zu finden, meine Gedanken zu verbildlichen.